Private Krankenversicherung gut wählen – 5000 Beschwerden im Jahr 2009 - 29. Juni 2010
Im letzten Jahr häuften sich die Beschwerden von Kunden privater Krankenversicherungen, rund 5000 Beschwerden wurden 2009 registriert, das sind mehr als jemals zuvor.
Erwartungshaltung und Notwendigkeit klaffen weit auseinander
Die häufigsten Beschwerdegründe: Streit über die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen, Arzneimitteln oder Krankenhausaufenthalten. Um zwischen den Krankenkassen und den Patienten zu vermitteln, wurde schon vor Jahren der Posten eines Ombudsmannes ins Leben gerufen, er soll zwischen den Kassen und ihren Kunden vermittelnd wirken und versuchen, die Probleme möglichst früh zu lösen. Laut Ombudsmann seien aber nicht immer undurchsichtige Verträge oder unklare Rahmenbedingungen schuld an der gestiegenen Anzahl der Beschwerden, sondern teilweise auch die Kunden selbst. Die würden nämlich vieles für selbstverständlich halten, egal ob es sich jetzt um die Psychotherapiesitzung handle oder die tägliche Einnahme von Medikamenten, auch wenn dies oft gar nicht nötig sei. Die Mentalität der Kunden habe sich in den letzten Jahren verändert, viele Kunden glauben, mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung automatisch ein Anrecht auf jede erdenkliche Leistung zu haben, egal ob diese jetzt im konkreten Fall wirklich notwendig sei, oder nicht. Dabei gäbe es keine spezielle Gruppe, die sich am meisten beschweren würde. Beschwerden gäbe es von Studenten, die eine Student PKV abgeschlossen haben, genauso wie von Selbstständigen oder Rentnern. Der Ombudsmann nimmt aber genauso die Versicherungen in die Pflicht, oftmals würden diese mit einem Service werben, der in der Realität nicht eingehalten werde. Ein oftmals unklares und für den Laien nur schwer verständliches Vertragswerk, wie es bei den meisten privaten Krankenversicherungen Standard ist, sei auch nicht gerade förderlich für eine gute Kundenbeziehung, so der Fachmann. Dazu komme noch, dass die Versicherten wiederum die Verträge kaum lesen würden und diese einfach unterschreiben ohne genau zu wissen für welche Leistung ihre Versicherung überhaupt aufkomme. Auch die Gebühren für Ärzte waren ein häufiger Grund für Beschwerde seitens der Kunden, dies liege daran, dass sich meist der Arzt und die jeweilige Versicherung nicht über Gebühren einigen können, im Zweifelsfall würden dann überhöhte Gebühren auf den Patienten abgewälzt.
Vorher gut vergleichen
Daher sollte man vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung möglichst viele Versicherungen auf ihre genauen Leistungen hin vergleichen, im Zweifelsfall nachfragen oder sich bei Verbraucherschutzstellen beraten lassen. Und natürlich sollte man sich einen Vertrag genauestens durchlesen, bevor man seine Unterschrift darunter setzt. Sollte man dann noch Zweifel haben, ob die Versicherung die in Frage stehende Leistung übernimmt, ist es ratsam, sich vor Inanspruchnahme der medizinischen Leistung bei seiner Versicherung zu erkundigen, ob diese die Behandlung überhaupt zahlen würde. Beherzigt man diese Ratschläge, ist man später auch nicht gezwungen, Rechtsanwälte aufzusuchen, die natürlich auch nicht gerade billig sind.
Antwort hinterlassen