Verschwinden die Billigtarife wieder? - 3. August 2011
Mehrere private Krankenversicherer probieren seit einiger Zeit, mit besonders günstigen Tarifen Neukunden zu gewinnen. Ziel ist es, durch den Basistarif, der kaum mit den Leistungen der normalen Tarife zu vergleichen ist, Kunden zu binden und sie dazu zu bewegen, mittelfristig auch höherwertige Tarife der privaten Anbieter zu nutzen. Diese Strategie scheint nicht aufgegangen zu sein, denn jetzt gab bereits die zweite Krankenversicherung bekannt, den Billigtarif in Zukunft nicht mehr anzubieten.
Erst war es die DKV, nun ist es die Central Krankenversicherung. Für beide Gesellschaften lohnte es sich offensichtlich nicht mehr, die günstigen Basistarife anzubieten. Gleich mehrere Gründe haben die Anbieter dazu bewogen, diese Tarife einzustellen, obwohl durch sie eine Vielzahl neuer Mitglieder gewonnen werden konnte.
Billigtarife unwirtschaftlich
Vor allem die Unwirtschaftlichkeit des Angebots brachte die Versicherungen dazu, es einzustellen. Die knapp kalkulierten Policen sollten vor allem neue Mitglieder anlocken, die dann später in einen teureren Tarif wechseln sollten. Und tatsächlich konnten große Zuwächse bei den Mitgliedszahlen verzeichnet werden, doch fast alle blieben bei dem günstigen Tarif.
Hinzu kam, dass besonders viele Kunden, die diese Tarife nutzen ihre Beiträge nicht zahlten. So konnten die knapp kalkulierten Angebote kaum noch die Kosten decken. Aus diesem Grund sahen sich die Versicherungen gezwungen die Preise für die zahlenden Kunden deutlich anzuheben, wesentlich mehr, als dies bei teuren Tarifen der Fall war.
Da die Billigtarife im Vergleich zu normalen Angeboten der privaten Kranversicherer deutlich weniger Leistungen boten, entstand hier ein massives Ungleichgewicht. Die Tarife erfüllten nicht mehr das, was die Kunden von einer privaten Krankenkasse erwarteten, was durch die Preissteigerungen nicht einmal mehr durch einen niedrigen Preis ausgeglichen werden konnte.
Antwort hinterlassen